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ERWIN PELZIG
"Pelzig stellt sich"

Erwin Pelzig - Pelzig stellt sich

Erwin Pelzig geht auf Tournee. Nach mehreren Jahren Abstinenz schickt Frank-Markus Barwasser sein Alter Ego wieder dorthin, wo es am schönsten ist: auf die Bühne. "Pelzig stellt sich" ist der Titel des Programms, das dort ansetzt, wo in "Neues aus der Anstalt" oder bei "Pelzig hält sich" oft keine Zeit mehr bleibt. Frank-Markus Barwasser ist ein Baumeister absurder Gedankenge-bäude, ein Künstler, dem man anmerkt, wie viel Intelligenz dahinter stecken muss, wenn man glaub-würdig blöd rüberkommen will. Selten sieht man einen Kabarettisten so gewitzt und schlagfertig im spontanen Frontalkontakt mit dem Publikum. Klar, dass ein reger Kopf unter diesem hässlichen, kackbraunen Hut steckt...

"Die Dinge sind im Sattel und reiten uns" sagte der amerikanische Philosoph Ralph Waldo Emerson. Zeit für einen wie Pelzig, die Dinge näher zu betrachten. Dabei ist er nicht allein. Mit Hartmut und Dr. Göbel fließen Zuversicht und Verzweiflung in die Betrachtung der Dinge. Angst schadet dabei durchaus nicht, denn: "Nur wer die Hosen voll hat, sucht den frischen Wind." Frank-Markus Barwasser, der Erschaffer der Kunstfigur Erwin Pelzig, will in seinem neuen Programm "Pelzig stellt sich" laut eigener Ansage die Angst zulassen, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. Der Würzburger Politikwissenschaftler mit Zeitungsvolontariat bei der Mainpost wird auch im neuen Programm tun, was wir schon von seiner Talkshow sowie der ZDF-Satiresendung "Neues aus der Anstalt" gewohnt sind: kein Blatt vor den Mund nehmen. Wer weiß, auf welche Art Barwasser/Pelzig seine Talkgäste befragen kann, der versteht auch, wie deutlich das gemeint ist. Und das ist gut so.

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Comedypreis 2011 – Kategorie "Beste Late Night Show"

Auch Kunstfiguren führen ein Eigenleben: Erwin Pelzig zum Beispiel, den der Kabarettist Frank-Markus Barwasser 1993 ins Leben gerufen hat. Von dem rustikalen Charme, den er bei seiner Geburt verströmte, ist nicht mehr viel übrig geblieben. Er habe sogar eine andere Stimme, betont sein Schöpfer im Gespräch mit www.liveundlustig.de.

Er – also Barwasser – hätte es nicht so lange mit dem Mann ausgehalten, wenn dieser sich nicht immer wieder neu definieren würde. Weitgehend unverändert ist lediglich sein Äußeres: Karohemd, Janker, Cord-Käppi und Herrenhandtäschchen, dessen Inhalt streng geheim ist.

Dass die seit Februar 2011 im ZDF ausgestrahlte Sendung "Pelzig hält sich" nun mit dem Deutschen Comedy Preis in der Kategorie "Beste Late Night Show" ausgezeichnet worden ist, gilt als kleine Sensation angesichts der subtilen, mit hintergründigem Humor ausgestatteten Figur. Deren Antrieb sei "eine große Einsamkeit", behauptet Barwasser, der es schließlich wissen muss. Deswegen besorgt er sich Bücher und beschäftigt sich "mit kognitiver Dissonanz". Und er mache die Drecksarbeit für ihn, als eine Art Medium, das Fragen stellt, auf die Barwasser alleine nie im Leben käme. Klar, verstecke er sich hinter dem Late-Night-Moderator, der sich nur Gäste einlädt, die ihn tatsächlich interessieren. Und ja, eine gewisse Persönlichkeitsspaltung gehöre auch dazu. Wenn Pelzig ein gutes Gespräch führe, könne er ihn küssen, bekennt der 1960 in Würzburg als viertes von fünf Kindern geborene Kabarettist.

Nach dem Abitur absolvierte er zunächst ein Zeitungsvolontariat bei der "Main-Post", studierte anschließend Politikwissenschaften, Neuere Geschichte und Ethnologie an der Universität München und in Salamanca (Spanien) und arbeitete als Reporter. Seine kabarettistischen Sporen verdiente er sich im Hörfunk "Bayern 3" mit wöchentlichen Satirekolumnen. Im Laufe seiner Bühnenkarriere entstanden neben Pelzig weitere Kunstfiguren wie Doktor Göbel, ein miesepetriger Intellektueller und der schlicht gestrickte Hartmut, den Barwasser als "überschaubare Persönlichkeit" bezeichnet. Der bekennende Franke Pelzig selbst umreißt sein Streben nach Höherem folgendermaßen: "Ein Image ist das, was man bräucht, dass die anderen denken, dass man so ist wie man gern wär".

Inzwischen haben Barwasser/Pelzig so ziemlich alle Preise eingeheimst, die die Branche zu bieten hat: unter anderen 2008 den Prix Pantheon in der Kategorie "Reif und Bekloppt", eine Auszeichnung, mit dem man dem Anarchisten im Gewand eines Biedermannes bescheinigte, dass er "den Leuten problemlos alles Mögliche um die Ohren hauen" könne, ohne dass sie ihm das übel nähmen. Dergleichen praktiziert er seit 1998 in der satirisch-kabarettistischen Talk-Show, die unter dem Titel "Pelzig unterhält sich" zunächst im Bayerischen Fernsehen und seit Oktober 2007 im Ersten zu sehen war, bis das ZDF diese mit leicht verändertem Titel übernahm.

Einer weiteren Herausforderung hat er sich gestellt, als er im Oktober 2010 in der ZDF Polit-Satire "Neues aus der Anstalt" die Nachfolge von Georg Schramm antrat, ein nicht eben leichtes Erbe angesichts des scharfen Profils seines Vorgängers. Anders als in seiner Talk-Show, die ihm jede Menge Raum zum Improvisieren lässt, muss er sich hier streng an die Vorgaben halten – und Urban Priol, seinem quirligen Gegenpol, die Stirn bieten. Von Anfang an war ihm klar, dass sie eine Weile brauchen würden, bis sie zueinander fänden. Inzwischen ein eingespieltes Paar, hält sich Pelzig nicht nur im Gespräch, sondern ist auch eine der wenigen wirklichen Überraschungen.

Bio
Erwin Pelzig wurde 1960 als Frank-Markus Barwasser in Würzburg geboren. Nachdem er seine Kindheit neben seinen vier Geschwistern absolviert hatte, begann er ein Zeitungsvolontariat. Anschliessend studierte Barwasser in München und Salamanca unter anderem Politik und Geschichte. Die ersten Bühnenerfahrungen machte er zu Beginn der 80er Jahre bei einer Marionettenbühne und als Mitbegründer des Bamberger Kulturforums "Palais Schrottenberg". Sein erstes kabarettistisches Soloprogramm schrieb er 1985. Anfang der 90er Jahre begann er beim Bayerischen Rundfunk als Radioreporter und seine Radioglossen waren bald regelmässig zu hören. Zu der Zeit wurde auch die Kunstfigur "Erwin Pelzig" erschaffen, der Barwasser von nun an seine fränkische Stimme lieh. Nebenbei wirkte er noch an der Würzburger Privatbühne "Theater am Neunerplatz" mit. Das erste Pelzig-Programm "Nüssleins Fügung" schrieb Barwasser 1993. Es folgten bisher vier weitere Soloprogramme und einige CD-Veröffentlichungen. Dem Bayerischen Rundfunk blieb er bis heute mit der Sendung "Pelzig unterhält sich" und regelmäßigen Radioglossen treu. Seinen bundesweiten Durchbruch dürfte er mit dem Deutschen Kleinkunstpreis im Jahr 2004 geschafft.

 
Freitag, 21. November 2014, 20:00 Uhr • Einlass: 19:00 Uhr
Memmingen, Stadthalle
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Aschermittwoch der Kabarettisten

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(PDF 625KB - Quelle: Landsberger Monatszeitung)
 
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