Kabarett von und mit URBAN PRIOL
Das wird ein Abend: Da kommt ein bebrillter Endvierziger daher, Resthaar mit einem
230-Volt-Stromschlag in Form gebracht und watscht die Großen aus Politik, Wirtschaft und
Gesellschaft verbal ordentlich ab. Und nicht nur das Resthaar scheint direkt aus der Steckdose
zu kommen, der ganze Mann pulst und vibriert. Kaum steht Urban Priol mit federnden Turnschuhen
vor Publikum, da fängt er auch schon an zu babbeln und zu zappeln - und kann für drei Stunden
nicht mehr aufhören. Es gibt nichts, wozu Priol nichts zu sagen hätte.
Doch statt spröder Aufklärungsattacken zaubert der "Randbayer mit fränkischem Migrationshintergrund"
lieber unterschiedliche Ebenen und Figuren aus dem buntgeblümten ärmel heraus: Politpromis, selbst
ernannte Stützen der Gesellschaft oder die "Volksstimme". Bei Priols abendfüllendem neuen Programm
"Wie im Film" zählt nur ein Motto:
Anschnallen, festhalten und die Ohren gespitzt!
Die Feder ist bei Priol mächtiger als das Schwert. Und ganz ehrlich: Es trifft nicht die
Falschen. Sprühend vor Originalität feilt er an Beispielen und Vergleichen und trifft damit
den Nagel verblüffend zielgenau auf den Kopf. Rasant, gewohnt respektlos und mit einer immer
wieder aufs Neue verblüffenden Gag-Dichte galoppiert der keine Sekunde still Stehende durch
seinen Auftrittparcours.
Und eben diese Auftritte sind der wilde Parforceritt eines hochintelligenten begnadeten Spötters.
Die im Laufe des Jahres erlittenen Schmerzen durch unfähige Politiker, einer vollkommen verdummten
Medienwelt und dem gewalttätigen Irrsinn machtgeiler Weltführer lässt er in einem phantastischen
Wort-Feuerwerk auf uns herabregnen. Wie schön, dass Priol diese Energie nicht nur bei sich behält,
sondern per Anstiftung zum täglichen Ungehorsam retour gibt.
Spitzfindig formuliert, charmant verpackt, mit viel Ironie und zynisch gewürzt serviert er
seine messerscharfen Analysen im Minutentakt.
Da bleibt sogar dem Lech die Spucke weg!
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