Sie ist eine Senkrechtstarterin, eine echte Rakete in der deutschen
Kabarettszene. Und wie eine Rakete schlagen Ihre Live-Auftritte ein: Monika
Gruber, die bayerische Wortakrobatin mit dem siebten Sinn für Wortwitz und
knalligen Pointen. Diese Frau braucht keine HiTech-Ausstattung, um ihr Publikum
vor Lachen auf die Knie zu bringen. Deftig-bissig ist ihr kabarettistischer
Angriff auf die Lachmuskeln. Mit schauspielerischer Erstklassigkeit gelingt ihr
der Spagat zwischen unerhörter Frechheit und entwaffnender Offenheit. Das Rezept
passt: Eine Prise Kratzbürstigkeit, eine Prise Bosheit - und eine große Portion
weiblicher Humor. Nur wenige schaffen es, so gefühlsecht am Puls des täglichen
Wahnsinns zu hängen. Gerade die Dinge des täglichen Lebens können es einem
schwer machen. Monika Gruber weiß das.
Da sitzt Frau nun mit Mitte 30... okay: Ende 30... und hat doch einiges: Abitur
(warum nicht?), Berufsausbildung (Steno, Tippen, Kaffeekochen... alles immer
noch fließend), Eigentumswohnung (anstatt Jodeldiplom), unterschiedlichste
Probleme mit der Bandscheibe, Männern und Yoga (allerdings nie gleichzeitig),
spirituelle Erfahrungen mit Süchten verschiedenster Couleur (Schuhe, Taschen,
Hüte, Accessoires). Und dennoch: Wo bleiben die Antworten auf die essentiellen
Fragen des Lebens? Entscheidungen müssen getroffen und Fragen beantwortet
werden, denn die Zeit vergeht schneller als der Familienfrieden am Weihnachtsabend.
Kind? Oder doch lieber einen Hund? Und wenn Kind, dann stellen sich mir sofort
folgende Fragen:
1. Darf man die Pille absetzen, bevor man einen Krippenplatz hat?
2. Und wie soll er heißen, der Bua? (Selbstverständlich wird´s ein Bua!): Eros
Herodes Keanu Seppi Gruber?
3. Wird er mich später hassen und in meine Schuhe bieseln, wenn ich ihm kein
Nutella sondern nur Nußpli zu essen gebe? Also der Bua, nicht der Hund.
4. Bin ich keine gute Mutter, wenn ich mich weigere, ein Dreimann-Zelt hinter
meinem Fahrrad herziehen?
Oder soll ich mich doch lieber einen Mops kaufen, den ich "Rocky" nennen werde.
Und wenn ich mit "Rocky V" ins Seniorenstift gehe, darf ich dann alle meine
Schuhe mitnehmen? Werde ich dort die Senioren-Theatergruppe leiten? Wird der
Zivi, der mir die Zehennägel schneidet, Eros Herodes Keanu Seppi Zacherl heißen?
Wer wird bei meiner Beerdigung weinen... außer die Besitzerin meines
Lieblingsschuhgeschäfts?
Denke ich vielleicht zu viel nach? Oder etwa zu wenig? Und: Stimmt es wirklich,
dass Gott im Himmel lacht, wenn der Mensch anfängt, Pläne zu machen?
Und weil wir gerade dabei sind: Warum beklagen sich die meisten Leute immer nur
über ihr Gedächtnis aber nie über ihren Verstand?
Bestätigt die Anzahl unserer Neider wirklich unsere Fähigkeiten?
Und wenn jeder Mensch schön ist, warum verwenden dann viele Leute so viel Mühe
darauf, es zu verbergen?
Darf ich meine Küche benutzen, auch wenn ich Kochsendungen hasse?
Sind die Dinge, die noch vor mir liegen, zu schön, um wahr zu sein, oder doch
nur zu wahr, um schön zu sein?
Sie sehen: Ich brauche Ihre Hilfe! Dringend! Denn ich bin heute an dem gleichen
Punkt wie anno dazumal der alte Goethe: "Eigentlich weiß man nur, dass man wenig
weiß. Und mit dem Wissen wächst der Zweifel."
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